Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure – diese Spurenelemente und Vitamine sind am Haarwachstum beteiligt. Eisen, Kupfer und Zink stellen wesentliche Elemente für Wachstum und Haarstruktur dar. Zink ist an der Bildung des Haar-Proteins Keratin beteiligt. Chronischer Mangel löst Haarausfall aus. Aber auch Radikaldiäten, die dem Körper zu wenig Nährstoffe zuführen, lassen die Lockenpracht schwinden. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln haben diese Zusammenhänge für sich entdeckt und werben damit, dass bestimmte Pillen auch volleres Haar bewirken. „Meist sind es jedoch normalernährte Patienten mit Haarverlust, die solche Nahrungsergänzungsmittel nehmen“, sagt Rolf Hoffmann, Haar-Experte und niedergelassener Dermatologe in Freiburg.
Eisenmangel oder zu wenig Biotin führen zu Haarausfall. Alte Menschen und Diabetiker leiden gelegentlich an Zinkmangel. Die Zinkaufnahme kann auch durch eine Erbkrankheit gestört sein. Ob eine solche Mangelerscheinung schuld am schwindenden Haupthaar ist, kann ein einfacher Bluttest beim Arzt klären. In diesen Fällen helfen bestimmte Präparate, die jeweiligen Mängel auszugleichen.
Keines dieser Präparate hilft jedoch gegen anlagebedingten Haarausfall. Fazit also: „Solche Pillen sind für die meisten Menschen überflüssig. Gesunde, die sich ausgewogen ernähren, brauchen derartige Nahrungsergänzungsmittel nicht“, betont der Haar-Experte Rolf Hoffmann aus Freiburg.
Grundsätzlich können Vitamin-Überdosierungen Beschwerden auslösen – zu viel Vitamine aus der B-Familie etwa verursachen Durchfall, Störungen des Nervensystems und allergische Hautreaktionen. „Viel hilft viel ist die falsche Devise“, warnt die Berliner Haar-Expertin Ulrike Blume-Peytavi. Denn die Haare nehmen auch ein Zuviel an Vitaminen übel: „Zu viel Vitamin A löst Haarausfall aus“, bestätigt auch der Würzburger Haar-Experte Henning Hamm.